Home > Argh!, Computer und Internet > Netzneutralität? Nicht bei M-Net!

Netzneutralität? Nicht bei M-Net!

Unglaublich… Telekom, wir kommen! Gestern wollte mein Schwiegerpapa mal eine Email verschicken – ging aber nicht. Nachdem ich, wegen eines 4:1 Sieges der Ice Tigers gegen Köln, erst nach 10 daheim war, hab ich mir das heute mal angeschaut. Bereits letzte Woche wollte Stephy schon eine Mail per GMX verschicken, ging ebenfalls nicht – aber über ihren Google Mail Account gings, also hab ich nicht weiter geschaut. Also hab ich heute mal geschaut was Sache ist. Nach 10 Min. war klar dass es weder die Konfiguration von Thunderbird noch lokal am Notebook liegt, sondern wohl irgendwie an der Firewall, da ich generell keinen Server mehr auf Port 25 erreichen konnte, das aber problemlos von meinem Root-Server aus ging.

Also ab an meine iptables, doch da habe ich auch keinen Fehler gesehen, geschweige denn, dass ich in letzter Zeit daran was geändert hätte. Logging hier, tcpdump da, kompletter reboot (aus Verzweiflung) der Firewall, nichts nutzte. Allerdings machte es mich schon stutzig, dass ein “tcpdump –i ppp0 port 25” das Paket gesehen hat – sprich eigentlich schon an der Firewall vorbei war. So langsam kam mir die seichte Idee, dass evtl. M-Net den Port sperrt. Etwas Suche im Support-Forum von M-Net brachte folgendes zu Tage:

Überprüfe mal deine Systeme (PC, Router) auf Fehlkonfigurationen (z.B. offene Proxies) und Trojaner. M-net sperrt Port 25, wenn es Indizien dafür gibt, dass der betreffende Anschluss zum Versand von Spam missbraucht wurde.
Die genannten Mailprovider unterstützen alle den Versand von Mail über den Submission-Port (587). Trage in der Konfiguration deines Mailclients einfach Port 587 anstelle von Port 25 ein und der Mailversand funktioniert wieder.

(kompletter Thread)

Ich glaub es hakt! Folgende Mail ging grad an den Support raus (bei mir gehts, dank Google Apps und Port 587):

Hallo,

seit mind. gestern kann mein Schwiegervater, auf den auch unser Anschluss, läuft keine Emails mehr versenden. Bereits letzte Woche fiel mir dies bereits mit GMX auf, ging aber noch von einem Problem bei GMX aus, da Google Mail problemlos funktionierte. Nach einer Stunde Fehlersuche an Notebook, Firewall Konfiguration und Co. musste ich leider im Supportforum lesen, dass M-Net wohl von Netzneutralität nichts hält und Port 25 ohne Vorwarnung oder wenigstens eine Information an den Kunden sperrt, wenn es wohl Indizien für Spam-Versand gibt.

1. Entsperren sie umgehend wieder unseren Anschluss (Vertrags-Nr. XXXXXX, Debitor XXXXXXX, Anschlussinhaber Klaus Michalek).
2. Würde ich gerne erfahren warum unser Anschluss blockiert wurde, wo sind die Verdachtsmomente?
3. Warum wird man bei einer Blockade nicht informiert?
4. Würde ich gerne wissen, wo in Ihren AGBs steht, dass bei bei Spamverdacht Port 25 blockiert wird, bzw. Sie dazu überhaupt berechtigt sind?
5. Gibt es noch mehr undokumentiere Sperrungen, Reglementierungen und sonstige "Verstöße" gegen die Netzneutralität? Wie siehts, aus aktuellem Anlass, mit Zensur aus?

Aus meiner Sicht ist das eigentlich bereits ein Grund den monatlichen Rechnungsbetrag zu kürzen, da aus meiner Sicht der Anschluss somit erheblich eingeschränkt ist, Sie somit Ihren vertraglichen Leistungen nur eingeschränkt nachkommen.

Bisher war ich sehr von M-Net überzeugt, doch diese rüde Aktion hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Mit freundlichen Grüßen
René Standfest

Bis Oktober sind wir vertraglich noch gebunden – mit einer Verlängerung siehts momentan nicht besonders gut aus. T-Home Entertain, wir kommen.

KategorienArgh!, Computer und Internet Tags:
  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks