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Ein schwarzer Tag für den Datenschutz

Sie ist also beschlossen, die Vorratsdatenspeicherung… Ich habe mir per Webstream die vorangegangene Diskussion im Bundestag angehört… Unglaublich für wie dumm manche Politiker das Volk halten. Da wird argumentiert dass man damit ja nur schwerste Straftaten aufklären möchte und der normale Bürge wäre davon nicht betroffen. So ein Schwachsinn, gespeichert wird ja von jedem. Und wenns erstmal gespeichert wird werden sicher auch die Wünsche darauf zuzugreifen grösser… Als Sysadmin kennt man das. Man kommt zwar überall hin, darf sich aber trotzdem nicht alles anschauen. Das erfordert ein gewisses Mass an Selbstbeherrschung. Ob dieses Mass aber bei unseren Strafverfolgungsbehörden & Co zu 100% gegeben ist wage ich fast mal zu beweifeln…

Da bleibt nur noch die Hoffnung auf unser Bundesverfassungsgericht so wie den Europäischen Gerichtshof…

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  1. Torsten Bergdolt
    20. November 2007, 22:09 | #1

    Ich arbeite als Kriminalbeamter mit diesen Daten. Schon jetzt haben wir kein Personal um die Daten von unseren Schwertktriminellen auszuwerten. Es wird niemanden von uns einfallen harmlose Bürger wie Sie nur einfach mal so die Daten abzuchecken. Die Hysterie die hinter Leuten wie ihne steckt ist völlig Banane. Mehr kann man dazu nicht sagen. Auch weiterhin muss erst eien schwere Straftat vorliegen und Richter müsse ndie Beschlüsse genehmigen. Was soll also dieser Quatsch?
    Die bisherige für uns Polizeibeamte kurze Speicherung der Daten führt zu folgendem Problem:

    Ich bearbeite Wohnungseinbrüche. Eine Serie, also Bandentat oder Gewerbsmässigh, ist aber erst nach mehrern Einbrüchen und gleichem Muster zu erkennen. Erst jetzt könnte ich Daten erheben. Bei kurzer Speicherung sind diese Daten aber bereits verloren.

    Denke, dass erst Leute wie sie Opfer einer Straftat werden müssen damit sie aufwachen. Überwachungsstaat, Blödsinn!!!!

  2. 21. November 2007, 09:04 | #2

    Damit die Polizei generell unterbesetzt ist ist mir bewusst. Doch unsere Politiker kümmern sich ja lieber um Themen wie Killerspiele, Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung usw. anstatt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern.

    Ich kann natürlich auch die Gegenseite irgendwo nachvollziehen. Sicher würden einige Straftaten mehr aufgeklärt oder gar vereitelt. Doch wie hoch ist denn der Prozentsatz, oder soll ich sagen der Promillesatz? Ich sag da nur die KFZ-Kennzeichenerfassung die diese Tage am Bundesverfassungsgericht diskutiert wird. Und dafür soll ich meine Grundrechte aufgeben?

    Die Vorratsdatenspeicherung ist doch nur der erste Schritt. Wenn die Daten erstmal da sind wird das bei Herr Schäuble sicher noch weitere Begehrlichkeiten wecken. Wie wäre es mit einer automatischen Auswertung der Daten? Wie leicht man selbst Opfer der Justiz wird zeigt ein Beitrag aus dem Lawblog oder auch die amerikanische No-Fly-List.

    Grundrechte oder den Schutz vor einer abstrakten Gefahr, das ist hier die Frage.

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